Schraubenlose Zahnimplantate
Sie haben Angst vor einer Implantat-Operation oder vor einer langen Heilung? Bei der Methode, die oft „schraubenlos“ genannt wird, ist in geeigneten Fällen kein großer Schnitt im Zahnfleisch nötig, und es muss nicht genäht werden. Die Heilung dauert dadurch meist kürzer. Wenn Knochen und Stabilität es zulassen, kann noch am selben Tag ein provisorischer Zahn eingesetzt werden; viele sind am nächsten Tag wieder im Alltag.

Was bedeutet „schraubenlos“?
Der Name kann in die Irre führen.
Ein Implantat besteht aus zwei Teilen: dem Implantatkörper aus Titan, der wie eine Schraube in den Kieferknochen gesetzt wird, und dem Zahnersatz darauf (Suprastruktur), also Krone oder Brücke. „Schraubenlos“ bezieht sich auf diesen Zahnersatz: Die Krone wird nicht verschraubt, sondern mit einem speziellen Zement auf dem Implantat befestigt. In der Fachliteratur heißt das deshalb „zementierte Implantat-Suprastruktur“ oder „zementiertes Implantat“.
Viele meinen mit dem Wort aber etwas anderes: einen Eingriff ohne Aufschneiden des Zahnfleischs (lappenlos). Dabei ist kein großer Schnitt nötig, es muss nicht genäht werden, und die Heilungszeit verkürzt sich.
Wir bieten beides an: Kronen, die ohne Schraube befestigt werden, und schonende, lappenlose Eingriffe.
Mögliche Vorteile „schraubenloser“ Implantate
Für wen kommt ein „schraubenloses“ Implantat infrage?
Das lässt sich nur im Einzelfall beurteilen. Als allgemeine Orientierung gilt:
Gute Voraussetzungen:
- Ausreichend dichter und kräftiger Kieferknochen
- Guter allgemeiner Gesundheitszustand; Vorerkrankungen sind gut eingestellt
- Nichtrauchen oder die Bereitschaft, mit dem Rauchen aufzuhören
- Ausreichend dickes Zahnfleisch
Genauer prüfen müssen wir bei:
- starkem Knochenabbau (eventuell ist ein Knochenaufbau nötig)
- schlecht eingestelltem Diabetes
- laufender Krebsbehandlung oder Einnahme von Bisphosphonaten
- starkem nächtlichem Zähneknirschen (Bruxismus)
Wichtig: Lappenlos lässt sich nur arbeiten, wenn genug Knochen vorhanden ist. Deshalb fertigen wir bei der Erstuntersuchung immer eine 3D-Röntgenaufnahme (DVT) an. Reicht der Knochen, kommt das lappenlose Vorgehen infrage. Wenn nicht, planen wir eine herkömmliche Operation oder zuerst einen Knochenaufbau. Welche Lösung passt, besprechen wir gemeinsam mit Ihnen.
Inhalt
Ablauf: Wie wird ein „schraubenloses“ Implantat eingesetzt?
Schritt 1 – 3D-Röntgen (DVT) und digitale Planung
Mit einem Panorama-Röntgenbild und einer DVT-Aufnahme (digitale Volumentomographie) entsteht ein dreidimensionales Bild Ihres Kieferknochens. Daran planen wir Winkel, Tiefe und Durchmesser des Implantats am Computer. So steht schon vor dem Eingriff fest, wo das Implantat sitzen wird. Auf Wunsch erstellen wir in dieser Phase auch ein digitales Smile Design (DSD). Damit sehen Sie die geplante Versorgung vorab am Bildschirm.
Schritt 2 – Bohrschablone
Aus den Planungsdaten entsteht im 3D-Druck eine Bohrschablone, die die Position des Implantats genau vorgibt. Während des Eingriffs sitzt sie im Mund und führt das Bohren. Das verringert Abweichungen von der Planung.
Schritt 3 – Minimalinvasiver Eingriff
Der Bereich wird örtlich betäubt. Durch die Bohrschablone wird das Zahnfleisch nur an einer kleinen Stelle geöffnet oder gar nicht eingeschnitten. Das Implantat, eine Titanschraube, wird wie bei einem herkömmlichen Implantat in den Knochen gesetzt. Der Unterschied liegt beim Zahnfleisch: kein großer Schnitt und keine Naht. Für einen einzelnen Zahn dauert der Eingriff in der Regel 20 bis 40 Minuten.
Schritt 4 – Provisorische oder endgültige Krone
Wenn Knochenqualität und Primärstabilität ausreichen, wird noch am selben Tag eine provisorische Krone eingesetzt. Ist das Implantat eingeheilt (Osseointegration), meist nach 3–4 Monaten, folgt die endgültige Zirkonkrone. Wird sie mit einem speziellen Zement statt mit einer Schraube befestigt, bleibt ihre Oberfläche geschlossen.
Der Ablauf im Überblick (bei Anreise aus dem Ausland)
| Wann | Was passiert | Dauer |
|---|---|---|
| 1. Tag | DVT, Untersuchung und Planung | 1–2 Stunden |
| 2. Tag | Eingriff und provisorische Krone | 1–2 Stunden |
| 3.–5. Tag | Kontrolle | 30 Minuten |
| 3.–4. Monat (aus der Ferne) | Kontrolle der Einheilung | Online |
| Zweiter Besuch | Einsetzen der festen Krone | 1 Stunde |
Für die endgültige Krone genügt ein zweiter, kurzer Besuch.
Was kostet ein „schraubenloses“ Implantat? Wovon die Kosten abhängen
Einen Pauschalpreis nennen wir nicht, weil die Kosten von Ihrer Ausgangslage abhängen.
Nach der Untersuchung in unserer Klinik erhalten Sie einen schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan, in dem alle Posten einzeln aufgeführt sind. Ohne Ihre Zustimmung beginnen wir keine Behandlung.
Zementiert oder verschraubt? Der Unterschied im Überblick
Welche Befestigung sinnvoll ist, hängt von der klinischen Situation und Ihren Wünschen an das Aussehen ab.
Eine zementierte Krone (ohne Schraube) kommt vor allem infrage:
- im Frontzahnbereich und im sichtbaren Bereich
- wenn der Schraubenkanal sonst auf der Oberseite der Krone liegen würde
- wenn der Zahnfleischrand für das Aussehen entscheidend ist
Eine verschraubte Krone oder Brücke ist vor allem sinnvoll:
- wenn der Schraubenkanal günstig austritt, also auf der Kaufläche oder der Innenseite des Zahns
- bei großen Brücken, die spannungsfrei sitzen müssen
- wenn die Arbeit später abgenommen und wieder befestigt werden soll
Wir bieten beide Varianten an und entscheiden gemeinsam mit Ihnen, welche zu Ihnen passt.
„Schraubenlose“ Implantate bei uns
3D-Röntgen und digitale Planung
Ohne 3D-Bildgebung und computergestützte Planung ist eine lappenlose Implantation riskant. Bei uns gehören DVT und digitale Planung deshalb immer dazu.
Provisorische Krone am selben Tag
Ist das Implantat stabil genug verankert (Primärstabilität), kann es gleich belastet werden: Sie erhalten dann noch am selben Tag eine provisorische Krone.
Erfahrenes Team
Das lappenlose Vorgehen verlangt mehr Erfahrung und eine bessere Ausstattung als die herkömmliche Implantatchirurgie. Unser Behandlungsteam ist international in Implantologie ausgebildet.
Organisation Ihres Aufenthalts
Wir helfen Ihnen bei der Planung der Behandlungstermine und, wenn Sie möchten, beim Transfer vom Flughafen und bei der Wahl einer Unterkunft.
Standort: Alanya
Alanya liegt an der türkischen Mittelmeerküste. Bis das Implantat eingeheilt ist, vergehen meist 3–4 Monate. Für die endgültige Krone kommen Sie dann noch einmal kurz zu uns.
Wovon hängt der Erfolg ab?
Zahnimplantate sind seit Langem gut untersucht; Studien haben sie über zehn Jahre und länger beobachtet. Bei sorgfältiger Auswahl der Patientinnen und Patienten schneidet das lappenlose Vorgehen in Studien ähnlich ab wie die herkömmliche Chirurgie.
Den Erfolg beeinflussen vor allem die Qualität des Implantats, eine genaue Planung, Ihr allgemeiner Gesundheitszustand und Ihre Mundhygiene. Diese Punkte berücksichtigen wir bei Planung und Behandlung.

5 verbreitete Irrtümer über „schraubenlose“ Implantate
Schreiben Sie uns, wenn Sie einen Termin für die Erstuntersuchung in unserer Zahnklinik in Alanya möchten. Danach erstellen wir Ihren individuellen Behandlungsplan.
Unsere Zahnklinik liegt in Alanya (Provinz Antalya).





Häufig gestellte Fragen
Fragen zur Behandlung
Mit „schraubenlos“ ist meist gemeint, dass die Krone nicht verschraubt, sondern mit Zement befestigt wird. Oft wird zudem lappenlos operiert, also ohne Schnitt im Zahnfleisch und ohne Naht. Das Implantat selbst wird auch hier in den Knochen geschraubt. Verglichen mit der herkömmlichen Methode ist der Eingriff weniger belastend, die Heilung meist kürzer, und die Krone kann Vorteile für das Aussehen haben. Möglich ist das aber nicht bei allen: Zuerst muss die Knochendichte beurteilt werden.
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung. Weil kein Schnitt und keine Naht nötig sind, treten danach meist weniger Schmerzen und Schwellungen auf als nach einer herkömmlichen Operation. Die meisten können am Abend des Behandlungstags schon wieder essen.
Einen Pauschalpreis nennen wir nicht, weil die Kosten von Ihrer Ausgangslage abhängen, zum Beispiel vom Implantatsystem, von der Krone und davon, ob ein Knochenaufbau nötig ist. Den genauen Betrag nennen wir Ihnen nach der Untersuchung mit 3D-Röntgen im schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan.
Wie jeder Eingriff hat auch dieser Risiken. Wichtig sind die richtige Auswahl der Patientinnen und Patienten und eine 3D-Planung. Die Bohrschablone verringert Abweichungen von der Planung. Nach Daten internationaler Fachgesellschaften sind die Ergebnisse mit denen herkömmlicher Techniken vergleichbar.
In geeigneten Fällen ja. Bei der Sofortbelastung wird noch am selben Tag eine provisorische Krone eingesetzt, wenn Knochenqualität und Primärstabilität ausreichen. Die endgültige Krone folgt nach der Einheilung, meist nach 3–4 Monaten.
Für einen einzelnen Zahn dauert der Eingriff meist 20 bis 40 Minuten; dazu kommt die Zeit für 3D-Röntgen und Planung. Wenn Sie aus dem Ausland anreisen, ist dieser erste Teil der Behandlung in der Regel nach 2 bis 3 Tagen abgeschlossen.
Das Implantat selbst kann bei guter Pflege und regelmäßigen Kontrollen viele Jahre halten. Wie lange eine zementierte Krone hält, hängt vor allem vom Material und von Ihrer Mundhygiene ab.
Dann ist das lappenlose Vorgehen nicht möglich. Meist wird zuerst ein Knochenaufbau geplant. Ist genug Knochen nachgewachsen, in der Regel nach 4–6 Monaten, folgt die Implantation. Alternativ kommen schräg gesetzte Implantate oder Verfahren wie All-on-4 infrage.
Rauchen stört die Einheilung und erhöht das Risiko, dass ein Implantat verloren geht. Es schließt eine Behandlung zwar nicht grundsätzlich aus. Wir empfehlen aber dringend, mindestens zwei Wochen vor dem Eingriff mit dem Rauchen aufzuhören und bis zwei Monate danach nicht zu rauchen. Informieren Sie uns bitte auch über Ihren aktuellen Gesundheitszustand.
Für den Eingriff sollten Sie mindestens 3–5 Tage einplanen. Etwa 3–4 Monate später folgt ein kurzer zweiter Termin für die endgültige Krone.
- World Health Organization (WHO) — Oral Health Global Status Report
https://www.who.int/publications/i/item/9789240061484 - FDI World Dental Federation — Implantology Standards and Guidelines
https://www.fdiworlddental.org/ - International Journal of Oral & Maxillofacial Implants — Flapless implant surgery outcomes: a systematic review
https://quintpub.com/journals/omi/ - Clinical Oral Implants Research — Cement-retained vs. screw-retained implant restorations: a systematic review (Wiley)
https://onlinelibrary.wiley.com/journal/16000501 - Journal of Clinical Periodontology — Peri-implant health, peri-implant mucositis and peri-implantitis: Case definitions
https://onlinelibrary.wiley.com/journal/1600051x - Cochrane Oral Health — „Interventions for replacing missing teeth: implants for single teeth“
https://www.cochranelibrary.com/ - European Association for Osseointegration (EAO) — Consensus Report on Immediately Loaded Implants
https://www.eao.org/ - International Team for Implantology (ITI) — Consensus Statements on Flapless Implant Surgery
https://www.iti.org/ - Journal of Prosthetic Dentistry — Digital workflow in implant prosthodontics
https://www.thejpd.org/ - Türk Oral ve Maksillofasiyal Cerrahi Derneği (TOMS) — Türkische Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie: Standards für die klinische Praxis
https://www.toms.org.tr/
Haben Sie noch Fragen?


